So, hallo alle zusammen!
Jetzt muss ich mich doch mal wieder melden – lange ist es her seit dem letzten Mal.
Mir geht es sehr gut und ich erlebe täglich so viel Neues, dass man vor Langeweile keine Angst haben muss.
In den letzten Tagen und Wochen haben wir sehr viel Spannendes erlebt und es war so viel los hier, dass ich einfach nicht mehr zum Schreiben kam. Vielleicht kann ich ja in aller Kürze alle wesentlichen Ereignisse seit Weihnachten auflisten.
Kurz vor Weihnachten begann hier der Besucherstrom: Erst kam Christoph (Ehemann von Mitsi – auch bekannt als SPD-Landesvorsitzender von Thüringen), dann Lena, seine Nichte, am nächsten Tag unser lieber Jenaer Oberbürgermeister Albrecht mit Frau Uta und wieder einen Tag später kamen schließlich Marthas Eltern plus Bruder. Weihnachten selbst war sehr gemütlich. Wir waren am Heiligabend in der Deutschen Kirche hier in Addis zur Christvesper und danach gab‘s eine schöne Bescherung zuhause. Einen Weihnachtsbaum hatten wir zwar nicht, dafür aber ein schönes Kaminfeuer…
Am 27. Dezember fuhren wir dann alle zusammen mit zwei Autos los nach Lalibela im Norden von Äthiopien. Dort wollten wir die berühmten und einmaligen Felsenkirchen besuchen – von vielen als 8. Weltwunder bezeichnet. Für die ca. 650 km weite Fahrt dorthin brauchten wir zwei volle Tage, wir übernachteten die Nacht im Haus eines Freundes. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in Lalibela. Ich werde mir jede Beschreibung sparen – ich bin der Meinung, man muss diesen Ort und die Atmosphäre dieser uralten Gebäude einfach selbst erlebt haben; es ist so beeindruckend und erhaben und man kann einen Hauch der Spiritualität spüren, die diesen Ort umgeben hat und umgibt.
Am Tag darauf fuhren wir weiter nach Bahir Dar, das ich ja nun schon kannte, und verbrachten dort dann noch den nächsten Tag, bevor es wieder zurück nach Addis ging. In Bahir Dar machten wir diesmal eine Bootstour über den Tana-See zu den kleinen Inseln mit den uralten Klöstern (im 13. Jh. erbaut), besuchten wieder die Nilfälle und feierten dieses Jahr sehr ruhige Silvestern. Am 3.1. waren wir dann zurück in Addis.
Einen Tag später reisten Christoph, Albrecht und Uta ab, vorgestern flog Marthas Familie zurück nach Deutschland und morgen fliegt Lena. So langsam kehrt wieder Ruhe im Haus ein…
Hier geht jetzt also der Alltag weiter, wir arbeiten in der Company, ich baue einen Hühnerstall, wir machen Addis unsicher, rocken alle Partys (wir haben unter anderem auch Tokichaw, den Sänger des berühmtesten äthiopischen Songs „Chambalala“ live gesehen und gehört!), kaufen Weihnachtsgeschenke für die lieben Anverwandten im winterlichen Deutschland (vor drei Tagen hatten wir hier ein zweites mal Weihnachten, die Äthiopier feiern nach ihrem Kalender ja Weihnachten am 7.1.) und waren vorgestern ein zweites Mal nahe Ambo am schönen Lake Wenchi.
Insgesamt sind alle munter und wohlauf, Höhen und Tiefen gehören natürlicherweise zum Alltag. Zumindest haben wir nicht minus sondern plus 20°C, das gleicht alle Depressiv-Phasen wieder aus…!
Ganz liebe Grüße und bis bald!
